800 Jahre Alsterdorf – prominente Wohnoase

800 Jahre Alsterdorf – prominente Wohnoase

Alsterdorf hatte viele Besitzer: den dänischen König Waldemar II., 1225 die Schauenburger Grafen, 1460 wieder Dänemark, danach mehrfach verpfändet an wohlhabende Hamburger und von 1544 bis 1773 gehörte es zum Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf. Von 1750 bis 1768 befand sich Alsterdorf im Pfandbesitz Hamburgs, danach übernahm 1773 bis 1803 der König von Dänemark und Herzog von Holstein das Zepter. 1803 tauschte Hamburg Alsterdorf gegen Bilsen und Hoisbüttel ein.

1806 bis 1814 war Hamburg und damit auch Alsterdorf Teil des französischen Kaiserreichs. Seit 1913 ist Alsterdorf Teil der Freien und Hansestadt Hamburg.

In den 20er Jahren veränderte sich Alsterdorf erheblich, ausgelöst u. a. durch die Kanalisierung der Alster aufgrund der Planungen von Oberbaudirektor Fritz Schuhmacher. Entlang des Alsterkanals entstanden zahlreiche Neubauten, vor allem Villen. Zeitgleich wurden bedeutende Gebäude von Wohnungsbaugenossenschaften der Arbeiterbewegung in der Alsterdorfer und der Bilser Straße hochgezogen.

1935 begann der Bau der ‚Gartenstadt Alsterdorf‘. Im gleichen Jahr entstanden im Zuge der Vorbereitung auf den Krieg die Kasernen ‘Hanseaten‘ (Sengelmannstraße), ‚‘Hindenburg‘ (Hindenburgstraße) und ‘Mackensen‘ (Mackensenstraße heute Carl-Cohn-Straße). Auf einem Teil des Geländes am Bruno-Georges-Platz wurde 2001 das neue Polizeipräsidium eröffnet. Im Rahmen der ‚Aktion T 4‘ (Euthanasie) wurden hunderte Menschen aus den ‚‘Alsterdorfer Anstalten‘ deportiert und ermordet. Die Arbeiten für einen würdigen Ort der Erinnerung werden in diesem Jahr beginnen.

Bis heute ist der grüne Stadtteil an der Alster als Wohnoase begehrt. Auch viel Prominenz ließ sich häuslich nieder: wie der in den 20er und 30er Jahren berühmte Schauspieler Willy Fritsch, der nach 1945 mit seiner Ehefrau Dinah Grace und den Söhnen Michael und Thomas – ebenfalls Schauspieler – in die Gartenstadt zog. Dort lebten auch die Olympiasieger von 1936 – Hammerwerfer Karl Hein und Speerwerfer Gerhard Stöck, sowie kurzzeitig der Schlagersänger Drafi Deutscher. Karl Klasen – von 1970 bis 1977 Bundesbankpräsident – genoss den Alsterblick von seiner Villa in der Brabandstraße. In der gleichen Straße fühlte sich die 2011 verstorbene Schauspielerin Witta Pohl zuhause. Theaterschauspielerin Joana Maria Gorvin ließ sich zeitweise im Reetdachhaus von Familie Bube am Alsterdorfer Damm nieder. Die Familie Jahr (Gruner & Jahr) bewohnte lange ein größeres Wohnensemble in der Alsterkrugchaussee 286. Hier waren nach Kriegsende Ex-Boxweltmeister Max Schmeling mit seiner Ehefrau Anny Ondra „Untermieter“.