800 Jahre Alsterdorf – vom Dorf zum Stadtteil

800 Jahre Alsterdorf – vom Dorf zum Stadtteil

Aus dem Dorf mit 200 wird der Stadtteil Alsterdorf mit heute 15.000 Einwohnern

Alsterdorf wird 1219 erstmals urkundlich unter Gerhard I., letzter Erzbischof von Hamburg und Bremen, erwähnt. An der Heerstraße (heute Alsterkrugchaussee) wird 1258 neben der Alsterfurt ein Krug (später Alsterkrug) als Ausschank für Schiffer und Fuhrleute eröffnet. Adolph VIII, der letzte Schaumburger Graf und Besitzer Alsterdorfs, stirbt 1459 und Alsterdorf fällt an den dänischen König Christian I.

Heinrich Matthias Sengelmann, Pastor aus Moorfleth, richtet 1860 in Alsterdorf den ‚’Nicolai-Stift‘ für 20 schwer erziehbare Jugendliche ein und kauft 1863 ein weiteres Haus ’Schönbrunn‘ an der Sengelmannstraße für behinderte Menschen – die Keimzelle der Alsterdorfer Anstalten.

Die Stadt Hamburg eröffnet am 1. Juli 1877 den Zentralfriedhof Ohlsdorf und am 15. August 1879 das Zentralgefängnis in Fuhlsbüttel. Gemeinsam gründen Alsterdorf und Ohlsdorf 1863 an der Grenze Sengelmannstraße die ‚Schule ’Alsterdorfer Straße 420‘, die heutige ‚’Kurt Juster Schule‘. Ihr berühmtester Schüler (um 1893) ist der spätere Bremer Bürgermeister Wilhelm Kaisen.

Am 28. Juli 1886 eröffnet Pastor Sengelmann das Krankenhaus Alsterdorf als Teil der Alsterdorfer Anstalten, die 1988 in ‚’Evangelische Stiftung Alsterdorf‘ umbenannt werden. 1898 erfolgte die Gründung des SC Sperber als Radfahrverein, 1946 kommt Tennis hinzu. Die Feuerwache ’F16 Alsterdorf’ nimmt 1913 im Schumacher-Bau an der Alsterkrugchaussee Ecke Maienweg ihren Betrieb auf. 1914 geht die Hochbahnstrecke zwischen Ohlsdorf und Kellinghusenstraße in Betrieb.

1920 löst die Alsterkanalisierung einen Bauboom in Alsterdorf aus. Bis auf das Hauptgebäude des ’Hinschen-Hofes’ wird alles abgerissen. 1934 Entsteht die Gartenstadt Alsterdorf, die seit 1973 Milieuschutz genießt. 1938 wird der Vorort Alsterdorf zum Stadtteil mit rund 10.000 Einwohnern. Bau und Eröffnung Martin-Luther-Kirche 1961/62, Eröffnung des Kindergartens 1965. Das Heilwig-Gymnasium nimmt 1966 seinen Neubau in Betrieb. Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Alsterdorf im Maienweg 119 erfolgt 1973.

Im Jahre 2000 öffnet die ‚’Evangelische Stiftung Alsterdorf‘ ihr Gelände für jedermann mit dem Alsterdorfer Markt als Zentrum. Die Flachslandzukunftsschule erwirbt 2009 das alte Krematorium und richtet einen Kindergarten und eine Schule bis zum Abitur ein.